Das gesunde Kaninchen

Zu den häufigen Erkrankungen in Kaninchenhaltungen gehören seit langer Zeit die Myxomatose sowie die RHD (Hämoragische Krankheit). Beiden Erkrankungen enden fast immer tödlich für die betroffenen Tiere.
An diesen Infektionskrankheiten können Haus- und Wildkaninchen sowie Feldhasen erkranken. Ein Erregerreservoir für Hauskaninchen stellen Wildkaninchen und Hasen dar.
Nach heutigem Erkenntnisstand ist eine Therapie erkrankter Tiere leider noch nicht möglich. Es erstrecken sich daher alle Bemühungen in der Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten auf prophylaktische Maßnahmen, denen ein hoher Stellenwert eingeräumt wird.
Die Myxomatose wird durch ein Pockenvirus verursacht. Überträger des Virus sind in erster Linie stechende und blutsaugende Insekten, vor allem Mücken. 4 bis 10 Tage nach der Infektion beginnt die Krankheit meistens mit der Rötung und Entzündung der Lidbindehäute. Unmittelbar daran anschließend entwickeln sich diffuse Anschwellungen im Kopfbereich, insbesondere um die Augen, an den Ohren und im Genitalbereich. Abmagerung und Entkräftung führen innerhalb von 8 bis 14 Tagen bei einer Vielzahl von Tieren zum Tod. Präventiv schützen kann man seine Kaninchen durch:
- Verhinderung des Eindringens von Insekten und Parasiten in die Ställe
- Kein Frischfutter, welches von Wildkaninchen verseucht sein könnte.
- Prophylaktisch Schutzimpfung alle 6 Monate ab einem Alter von 6 bis 10 Wochen.

Die RHD oder Chinaseuche wurde das erste Mal 1984 in China beobachtet und hat sich von dort weltweit ausgebreitet. Die Ansteckung mit dem Virus erfolgt durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier, über Insekten, andere Tiere oder auch über unbelebte (Futter, Einstreu, Gerätschaften u. a.) Zwischenträger. Krankheitsverlauf und –bild sind in entscheidendem Maße abhängig von der Aggressivität des infizierenden Virusstammes sowie von der Abwehrstärke des infizierten Kaninchens. Es kann bereits 1 bis 2 Tage nach der Infektion zu plötzlichen Todesfällen kommen, ohne dass ein eigentliches Krankheitsbild zu erkennen wäre. Zunächst sind es Einzeltiere des Bestandes, die abends noch völlig gesund erscheinen und morgens tot im Stall liegen. In wenigen Tagen werden aber die meisten Tiere des Bestandes befallen und sterben. Der Todeskampf der Kaninchen ist nicht selten durch Krämpfe und Schreien gekennzeichnet. Teilweise tritt Blut aus Maul und Nase aus.
Da eine Behandlung nicht möglich ist, besteht die einzige Chance in einer konsequenten Prophylaxe. Neben den bei der Myxomatose genannten Maßnahmen kommt auch hier nur eine Schutzimpfung in Frage. Sie ist der wirksamste vorbeugende Schutz. Erstimpfung erfolgt im Alter von 6 bis 8 Wochen mit jährlicher Wiederholungsimpfung.  

Neuste Meldungen aus Frankreich Ende Januar 2011 weisen auf Ausbrüche von Chinaseuche durch eine neue Variante des  RHD-Virus hin. 60 Kaninchenzucht-und Mastbetriebe in Nord- und Nordwestfrankreich haben die Erkrankung gemeldet. Da teilweise auch Tiere erkrankten und verstarben, die mit dem klassischen Impfstoff geimpft wurden, arbeiten die Forscher mit Hochdruck an der Lösung des Problems.